
Im Dezember 2004 wurde von der Landesregierung die Einrichtung
einer Ganztagsschule in Lambsheim beschlossen. Das Angebot betrifft die
Grundschule und startet mit dem Schuljahr 2005/2006.
Wir stellen Ihnen hier die aktuellen Informationen zur Verfügung.
Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte direkte an die Schulleitung.
Elterninformation
zur Einrichtung
eines Ganztagsangebots an der Grundschule Lambsheim
Liebe Eltern, liebe
Erziehungsberechtigte,
nachfolgend können Sie noch
einmal meine Informationen nachlesen, die ich bereits am Informationsabend
am 1. Februar 2005 vorgetragen habe. Für Rückfragen stehe ich Ihnen
selbstverständlich gerne zur Verfügung.
1. Definition „Ganztagsschule“
Die Kultusministerkonferenz
(KMK) definiert „Ganztagsschule (GTS)“ so: „Ganztagsschule ist dort, wo an
drei Tragen der Woche mindestens sieben Stunden Unterricht und Betreuung
angeboten werden, wo ein Mittagessen gereicht wird und wo ein geplantes und
in einem Zusammenhang mit dem Unterricht stehendes Kursangebot nachzuweisen
ist.“ Diese Definition weicht von der landläufigen Meinung ab, die von
stundenplanmäßigem Unterricht am Vor- und Nachmittag ausgeht, wie es in
einigen europäischen Ländern schon lange Tradition ist.
Unsere GTS nennt sich „GTS
in neuer Form“. Von Montag bis Donnerstag werden die Kinder der Klassen
1 bis 4, die für die GTS angemeldet werden, von 8.00 bis 16.00 Uhr in der
Schule sein.
Inhalt
2. Meldeverfahren
Zur Zeit haben wir nur
eine Option auf die Errichtung einer GTS. Bei der unverbindlichen
Umfrage des letzten Jahres haben die Eltern von 48 Kindern der kommenden
Klassenstufen 1 bis 4 erklärt, ein etwaiges Ganztagsangebot an der KWS
annehmen zu wollen. Damit hatten wir die für die Errichtung einer
GTS-Grundschule notwendige Zahl von 36 Kindern deutlich überschritten und
die Option erhalten.
Die endgültige
Errichtungsverfügung wird vom Ministerium aber erst erteilt, wenn uns
spätestens am 15. März 2005 mindestens 36 verbindliche Anmeldungen
vorliegen.
Ich möchte Sie aber ganz
dringend bitten, wenn Sie ihre Kinder anmelden wollen, dies schon bis 18.
Februar zu tun, damit ich mit den endgültigen Planungen frühzeitig beginnen
kann.
Inhalt
3.
Kosten
Den Eltern entstehen nur
Kosten für das Mittagessen in Höhe von etwa 3,00 Euro.
Eine Ganztagsschule in
neuer Form bietet an allen vier Tagen ein (warmes) Mittagessen
an. Grundsätzlich sollten alle Ganztagsschülerinnen und Ganztagsschüler am
Mittagessen teilnehmen.
Im Einzelfall
kann eine Befreiung vom
Mittagessen erfolgen. Dann muss jedoch gewährleistet sein, dass das Kind
anderweitig versorgt wird, z. B. durch ein Mittagessen, das zuhause
eingenommen wird. Denkbar ist auch, dass ein Kind eine ausreichende Mahlzeit
für den Mittag mitbringt. (Das Mittagessen soll auf religiöse Vorschriften
oder Vorgaben einer Diät Rücksicht nehmen.)
Für Organisation und
Ausgabe des Mittagessens ist der Schulträger zuständig. Er kann sich
dabei für verschiedene Wege entscheiden:
-
eigene Küche in der
Schule;
-
gemeinsame Küche für
mehrere Schulen;
-
Zusammenarbeit mit einem
benachbarten Krankenhaus, einem Seniorenheim oder einer anderen sozialen
Einrichtung
-
Zulieferung durch Catering-Unternehmen oder Firmenkantine.
Der Schulträger beteiligt
die Eltern an den Kosten. Der Schulträger kann auch sozial gestaffelte
Beträge erheben (die Staffelung könnte sich z. B. nach der Zahl der Kinder
richten.)
Zumindest im ersten Jahr
wird uns das Essen geliefert werden. Es wird täglich frisch gekocht,
in Wärmeboxen gebracht, hier in diesem Raum, der provisorisch als Mensa
(Speisesaal) eingerichtet wird, in eine Warmhaltetheke gestellt und dort von
Helferinnen an die Kinder ausgegeben.
-
Die Kosten für das Küchenpersonal trägt der Schulträger, die
Gemeinde.
-
Alle anderen Personalkosten übernimmt das Land
Rheinland-Pfalz.
-
Für etwaige Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen erwarten wir
Zuschüsse aus dem Bundesprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“.
-
Für die Erstausstattung erhält der Schulträger eine Pauschale
von 55.000 €
Inhalt
Äußere
Organisation
-
Am Vormittag:
-
Am Nachmittag:
-
Mittagessen,
-
Mittagsfreizeit/Bewegungsfreizeit/Spielzeit/Entspannungsübungen
-
Hausaufgabenbetreuung
(HB)/Hausaufgabenhilfe
-
Arbeitsgemeinschaften/Projekte
Die derzeitige räumliche
Situation an der Karl-Wendel-Schule (KWS) lässt zunächst die Teilnahme von
etwa 50 bis 60 Kindern der Klassenstufen 1 bis 4 zu. Diese Kapazität
entspricht auch dem durch die Elternumfrage ermittelten Bedarf. Nach
abgeschlossener Erweiterung und teilweisem Umbau der KWS ist eine
Aufstockung der Ganztagsplätze möglich.
Die Zahl 50 bis 60 ergibt
sich
Wichtig erscheint uns, den
Kindern und Gruppen wenigstens teilweise Räume anbieten zu können, die von
diesen als ständige Bezugsräume nutzbar sind und nicht gleichzeitig als
Klassenräume am Vormittag gebraucht werden. Deshalb erscheint uns, um den
„Ganztagsschulkindern“ ein sinnvolles breites Angebot machen zu können,
zusätzlich die Einrichtung einer Schulbibliothek mit Lesesaal, von Spiel-
und Ruheräumen sowie die Anlegung eines Sportplatzes unbedingt notwendig.
Daher hat die Verwaltung bei der Schulbehörde einen zusätzlichen Raumbedarf
von 8 Schulsälen und einem Mensatrakt angemeldet.
Grundzüge unserer pädagogischen Konzeption
Bei der Bildung von Gruppen
werden wir berücksichtigen, dass am Nachmittag Kinder aus verschiedenen
Klassen und Klassenstufen zusammengefasst werden müssen und somit erst zu
neuen sozialen Strukturen finden müssen. Dies wird sicher noch erschwert
durch die Teilnahme von Kindern, die ohnehin Defizite im Sozialverhalten
aufweisen.
Daraus ergeben sich
folgende Konsequenzen:
-
Bildung von konstanten
Gruppen für Mittagessen:
Kl. 1/2 und 3/4
-
Bildung von konstanten,
aber kleineren Gruppen bei der HB:
Kl. 1, Kl. 2, Kl. 3, Kl. 4
-
Um eine Zersplitterung im Angebotsbereich
(AG und Projekte) zu vermeiden, werden nur zu Beginn der Schulhalbjahre
die AG’s und Projektgruppen neu besetzt.
-
den ständigen Wechsel von
Bezugspersonen wollen wir vermeiden
Die Schwerpunkte
unserer pädagogischen Arbeit sehen wir in folgenden Bereichen:
Wir
wollen das Sozialverhalten der Kindern fördern
-
beim Mittagessen:
-
Einübung bestimmter
Tischsitten, Hilfsdienste organisieren
-
Rücksichtsnahme und Hilfsbereitschaft einüben
-
bei HB/AG/Projekten:
-
bei der Mittagsfreizeit:
Die außerschulischen Mitarbeiter sollen über die
erzieherischen Leitvorstellungen der Schule informiert werden und in diesem
Sinne wirken.
Wir
wollen das Arbeitsverhalten weiterentwickeln
Dieser Schwerpunkt soll besonders im Rahmen der HB im
Mittelpunkt stehen.
Ziele:
-
Stärkung der Selbstständigkeit, Ordnung und Sauberkeit,
-
Förderung der Leistungsbereitschaft.
Bei der HB ist der Einsatz
von Lehr- und Pädagogischen Fachkräften vorgesehen.
Wir wollen Kinder mit
Schwierigkeiten in den Lernbereichen Deutsch und Mathematik fördern
Im Rahmen unseres
Nachmittagsprogramms sollen betreffende Kinder ein- oder zweimal in der
Woche aus ihren Gruppen zur speziellen Förderung herausgelöst werden. Es
muss aber dabei beachtet werden, dass die Kinder zeitlich nicht überfordert
werden. Fördern hat auch seine Grenzen. Da die Leseförderung im AG-Bereich
untergebracht ist, werde ich mit den Eltern und KlassenlehrerInnen
absprechen, wer im Fach Mathematik besonders gefördert werden soll. Diese
geplante Maßnahme soll unbedingt von Lehrkräften durchgeführt werden .
Wir
wollen Anregungen für ein sinnvolles Freizeitverhalten geben
Um ein umfassendes und
sinnvolles AG- und Projektangebot machen zu können, wurde bereits mit
Sportvereinen, Pädagogischen Fachkräften, Projektleitern der Lokalen Agenda
und freien Mitarbeitern Verbindung aufgenommen, die alle ihre Bereitschaft
zur Zusammenarbeit signalisierten.
Inhalt
5. Nachmittagsprogramm
Interessieren wird Sie
wahrscheinlich unser geplantes Nachmittagsprogramm. Ich werde Ihnen nun
darlegen, wie ich mir dieses vorstelle.
Erklären: 36 Schüler = 26
Lehrerwochenstunden (LWST )
Für jeden weiteren Schüler
erhalten wir 0,5 LWST. Werden – wie in der Umfrage – 48 Kinder angemeldet,
erhielten wir 32 LWST, was einen Personaletat für Aufsichtführung, HB,
Förderstunden und AG von 40.960 Euro
bedeutet.
Wenn ich diese 32 LWST nur
mit Lehrkräften besetze, ist dieser Etat von 40.960 Euro aufgebraucht. Das
heißt, ich könnte dann nur noch wenige AG anbieten. Deshalb werde ich auch
Pädagogische Fachkräfte und qualifizierte freie MitarbeiterInnen einsetzen.
(Nachmittagsprogramm siehe
PDF-Datei „Nachmittagsprogramm GTS")
Entspannungsübungen:
Die Kinder lernen ihren Atem bewusst einzusetzen. Verschiedene
Wahrnehmungsübungen mit Klängen, Düften, Federn, Muscheln, Tüchern, Steinen
und eine kleine Fantasiereise führen die Kinder zur Entspannung
HB:
HB = nur Betreuung. Wir wollen eine Hausaufgabenhilfe
anbieten. Wenn es die Zahlen erlauben, soll für jede Klassenstufe eine Lehr-
oder Pädagogische Fachkraft eingesetzt werden und zwar an allen 4
Nachmittagen die gleichen.
AG-Beschreibungen:
-
Im Land der Leseratten:
Lesespiele zum sinnerfassenden Lesen; Lesen von Kurzgeschichten, eventuell
auch Ganzschriften
-
Die Bücherwürmer:
Erarbeitung von Bilderbüchern, Umsetzung in Rollenspiele und
Kunstprojekte
-
Lesen:
Wie leihe ich Bücher aus? Lesen im Lesesaal
-
Chor:
Aufstellung eines Schülerchors
-
Orchester:
Aufbau eines Schulorchesters
-
Musikinstrumente
bauen/Singen mit Gitarrebegleitung:
Einfache Rhythmusinstrumente herstellen und damit Lieder begleiten
-
Tonarbeiten:
Die Kinder sollen einfache Gefäße, Vasen Vogeltränken aus Ton
herstellen.
-
Backen/Kochen:
Die Kinder backen Kuchen, bereiten Imbisse und Salate zu.
-
Experimente in der Natur:
In kleinen biologischen Versuchen und chemischen oder physikalischen
Experimenten werden Kindern Naturgesetzmäßigkeiten im Bereich des
Magnetismus, des Lichts und der Kräfte und naturwissenschaftliche
Zusammenhänge erläutert, zum Beispiel die Veranschaulichung eines
Ökosystems durch eine Urkrebsaufzucht. Der bereits vorhandene ökologische
Garten der KWS wird für den Unterricht genutzt und in kleinen Projekten
ausgebaut. Dort und in der näheren Umgebung des Schulgebäudes finden sich
die häufigsten Wildpflanzen und Insekten. Alle Vorhaben werden vom
Umweltschutzgedanken getragen.
-
Gestalten und
Drucken:
Ziel ist es, mit gestalterischen Übungen (Punkt, Linie, Fläche, Formen und
Farben) auf Papier die Kreativität der Kinder spielerisch anzusprechen.
Durch die Arbeit mit einfachen Druckverfahren (Montypie, Material-,
Kartoffel- und Linoldruck usw.) entstehen eigenständige Werke der Kinder,
die sie gestalten u. „handwerklich“ ausführen. Sie haben hier Gelegenheit,
Primärerfahrungen zu sammeln und den Entstehungsprozess eines Werkes von
Anfang bis Schluss mitzuverfolgen.
-
Kunst für Kinder: ( 2
AGs:)
Die Kinder werden Kunstwerke betrachten, sie gemeinsam erforschen und
neue Bilder herstellen. Anhand von Gemälden berühmter Künstler sollen sie
sich mit Meisterwerken beschäftigen und sie mit eigenen Farbstiften
(Ölpastellkreiden) oder Farbe (Wasserfarben, Acrylfarben) nachempfinden.
Nicht das Zeichnen können oder erlernen, ist hierbei gefragt, sondern die
Freude an der Beschäftigung mit der Kunst und den Farben. Auch der
Farbkreis soll kennen gelernt werden. Die Kinder sollen sich intensiv mit
den einzelnen Grundfarben sowie den Sekundär- und Tertiärfarben und deren
Mischverhältnissen auseinandersetzen. Hierbei sollen die Farben auch
verschiedenen Empfindungen und Gefühlen zugeordnet werden. Gleichzeitig
sollen die Kinder durch das Abmalen und Nachempfinden von Meisterwerken
dazu angeregt werden, genau hinzuschauen, um wichtige Details
wahrzunehmen.
-
Fotografieren:
Grundlagen der Fotografie, die verschiedenen Kameraformen, die
verschiedenen Filmarten, gemeinsame Motivsuche, fotografieren
-
Märchenreise mit allen
Sinnen:
Die Kinder erleben das Märchen mit allen Sinnen, sehen hören, schmecken
und fühlen.
-
Schneller am Computer:
Diese AG soll den richtigen Gebrauch der Tastatur am Computer vermitteln,
mit dem Ziel, die PC-Tastatur blind zu beherrschen. Das Tastenfeld wird
nach der 10-Finger-Tastmethode erarbeitet. Vor allem die Groß- und
Kleinschreibung sowie die Anwendung der Satzzeichen werden dabei
behandelt. Ein möglichst fehlerarmes, flüssiges Schreiben von Texten soll
erreicht werden. Anschließend werden wir uns noch mit der Gestaltung von
Einladungskarten, Weihnachtskarten, Gedichten, etc. befassen.
-
Sport und Spiel:
Übungen mit und an verschiedenen Sportgeräten, vor allem zur Schulung der
Bewegungskoordination (Winter: Halle; Sommer: im Freien)
-
Fußball:
Erlernen von Fußballtechniken, Spielen
-
Handball:
Grundlagen des Handballspiels
-
Basteln:
Gestalten von Fensterbildern. Die Themen richten sich nach den
Jahreszeiten.
-
Stricken/Häkeln/Sticken:
Puppenkleider; kleine Kuscheltiere, Teddybär, Mäuse, Topflappen, kleine
Wandbilder, kleine Kissen, T-Shirts besticken, kleine Tischdecken
-
Holzschnitzen:
Bearbeiten von Holz und Umgang mit Werkzeugen
Wenn die endgültigen
Anmeldungen vorliegen, werde ich die Eltern bitten, mit ihren Kindern und
mit mir abzusprechen, welche AG ihre Kinder belegen sollen.
Inhalt
6. Schlussbemerkung
Ich möchte Sie zum Schluss
noch bitten, zu berücksichtigen, dass wir im nächsten Schuljahr Neuland
betreten werden. Das erste Jahr wird für uns ein Lehrjahr sein.
Wenn Sie etwas zu
kritisieren oder Anregungen haben, wenden Sie sich bitte an mich.
Herzlichen Dank
Norbert Stuck, Schulleiter
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